Jahresbericht 1997

Das vergangene Jahr 1997 stand wieder einmal ganz im Schatten unserer international erfolgreichen Senioren-Schwimmer bzw. neu-deutsch Masters genannt. Heinz Krauss krönte seine sportliche Laufbahn gleich mit 3 Europäischen und 5 Deutschen Meistertiteln. Hinter diesen Titeln verblassen natürlich alle anderen Aktivitäten und Erfolge der SchwimmerInnen der Abteilung. Um so mehr möchte ich die Sportlichen Aktivitäten des Jahres 1997 noch einmal Revue passieren lassen.

Begonnen hat die Wettkampfsaison mit zwei Senioren-Wettkämpfen am 18./19. Januar in Ingelheim bzw. am 25. Januar in Mannheim. Heinz Krauss erreichte hier insgesamt 5 erste Plätze und verbesserte gleich 4 Baden-Württembergische Rekorde in seiner Altersklasse 65. Da immer 5 Jahrgänge in einer Altersklasse zusammen gewertet werden (in seinem Fall die Jahrgänge 1928 bis 1932) hat er in diesem Jahr den Vorteil, einer der Jüngsten in seiner Klasse zu sein.

Für die Jugendlichen begann das Jahr nach der Winterpause mit den Kreismeisterschaften in Mühlacker am 22. und 23. Februar. 11 Schwimmerinnen und Schwimmer des TV Vaihingen gingen insgesamt 33 mal an den Start und holten einmal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze nach Hause. Den Kreismeistertitel holte sich mit einer überragenden Zeit von 0:59.74 Minuten Sebastian Kirchner (Jahrgang 78). Er war damit der Einzige Schwimmer der gesamten Veranstalltung, der eine Zeit unter einer Minute über 100 m Freistil erreichte. Zugleich verbesserte er den erst vor 2 Jahren von Matthias Pott aufgestellten absoluten Vereinsrekord um den Wimpernschlag von 2 Hundertstel Sekunden. Auch Manuela Kolb (Jahrgang 79) stellte über die 100 m Freistil in der Zeit von 1:11.81 einen neuen absoluten Vereinsrekord auf. Diese Zeit reichte ihr aber nur für Platz 4 in ihrer Jahrgangsgruppe. Christoph Staffe erreichte über 100 m Brust Silber und einen neuen Vereins-Jahrgangsrekord, sowie zwei Bronze-Medallien. Die restlichen Medalliengewinner sind Jonathan Jeck (Silber), Simon Rentschler (Silber) und Hannes Harms (Bronze). Den Sprung zu den Bezirksmeisterschaften in Leonberg und Mühlacker schafften nur 3 SchwimmerInnen des TV Vaihingen. Nina Grimm (Jahrgang 85) startete über 100 m Brust und 50 m Freistil. Trotz neuer Vereins-Jahrgangsrekorden erreichte sie aber nur die Plätze 13 bzw. 11. Manuela Kolb erreichte über 50 m Freistil in der Zeit von 0:30.64 einen neuen absoluten Vereinsrekord und den hervorragenden sechsten Platz. Über 100 m Freistil kam sie auf den 14. Rang. Bei den Junioren erreichte schließlich Sebastian Kirchner über 100 m Freistil den 8. Rang.

Heinz Krauss holte sich bei den international besetzten Schwimmfesten in Heilbronn und Neheim-Hüsten 5 weitere Goldmedallien und 2 neue Baden-Württembergische Rekorde. Die ersten Meisterschaften für ihn standen vom 25. bis 27. April in Uelzen auf dem Programm. Bei den 13. Internationalen Deutschen Meisterschaften „Lange Strecken" erreichte er gleich zweimal den Meistertitel über 200 m Schmetterling und 400 m Lagen, jeweils in Baden- Württembergischer Rekordzeit. Eine Woche später holte er beim internationalen Schwimmfest in Freiburg wie aus Gewohnheit 4 Titel und zwei weitere Württembergische Rekorde.

An Himmelfahrt stand traditionell das Freiberger Jugend-Schwimmfest auf dem Programm. Mit 9 TeilnehmerInnen ging die Abteilung 40 mal an den Start. Manuela Kolb verbesserte ihren brandneuen Vereinsrekord über 100 m Freistil auf 1:11.63. Sebastian Kirchner erreichte einen Jahrgangsrekord über 50 m Freistil in 0:26.96.

Daß der TV Vaihingen auch noch weitere erfolgreiche Senioren-Schwimmer hat, bewiesen bei den Bezirks-Masters-Meisterschaften am 1. Juni in Esslingen unser dienstältester Übungsleiter Heiner Prinz sowie Walter Kugele. Heiner Prinz, der im Juli seinen 70-sten Geburtstag feierte und seit nunmehr 25 Jahren für die Schwimmabteilung als Übungsleiter tätig ist, erreichte gleich 4 Goldmedallien. Für Walter Kugele (Jahrgang 64) reichte es bei sehr starker Konkurrenz zu einem sechsten Platz.

An zwei Sonntagen und Montagen im Juni wurden bei den Vereinsmeisterschaften fast 250 Starts absolviert und die Meister und Pokalgewinner ermittelt. Einen absoluten Vereinsrekord erreichte Sebastian Kirchner über 100 m Lagen. Jahrgangsrekorde wurden von Nina Grimm, Nicole Kollermann, Anette Winkler, Heinz Krauss, Marcus Percic und Kolja Meyer verbessert. Erfolgreichste Teilnehmerin war Manuela Kolb mit 9 Einzelsiegen vor Nina Grimm und Hannes Harms mit jeweils 8 Siegen. In diesem Jahr wurden erstmalig wieder die besten Abteilungsstaffeln des Vereins ermittelt. Jede Abteilung (mit Ausnahme der Schwimmabteilung) konnte dazu Staffeln über 4 mal 50 m in den Lagen Brust und Freistil und getrennt nach Männern und Frauen melden. Für die erzielten Plazierungen wurden Punkte vergeben, bei Punktgleichstand entschied die geringere Gesamtzeit. Vier Staffelmannschaften aus drei Abteilungen fanden sich schließlich zum sportlichen Vergleich im Hallenbad ein. Nach spannendem Finale setzten sich die Handballer knapp vor den Faustballern auf Platz eins. Die Mannschaften der Frauengymnastik kamen auf den dritten Rang. Alle drei Abteilungen durften mit einem Wanderpokal nach Hause gehen. In den Einzelwettkämpfen wurde auch um die mittlerweile traditionellen Pokale gekämpft.

Die Vereinspokalgewinner 1997 der Jugendklasse (bis 17 Jahre):
Streckeweiblichmänlich
100 m RückenRebekka ZuckerJonathan Jeck
100 m BrustNina GrimmKolja Meyer
100 m FreistilNina GrimmKolja Meyer
100 m Schmetterling-Kolja Meyer
DreikampfNina GrimmKolja Meyer

Die Vereinspokalgewinner 1997 der Aktiven (ab 18 Jahre):
Streckeweiblichmänlich
100 m RückenManuela KolbSebastian Kirchner
100 m BrustManuela KolbHerwin Grauel
100 m FreistilManuela KolbSebastian Kirchner
100 m SchmetterlingNicole KollermannSebastian Kirchner
VierkampfManuela KolbSebastian Kirchner

Einen wahren Leistungssprung erzielte Kolja Meyer (Jahrgang 82) bei den Vereinsmeisterschaften 97 der Schwimmabteilung. Über 100 m Freistil steigerte er seine persönliche Bestzeit gleich um mehrere Sekunden auf 1:03.92 Minuten. Mit dieser Zeit schaffte er die Teilnahmebedingung zu den württembergischen Jahrgangsmeisterschaften. Zusammen mit Manuela Kolb gingen sie am 20. Juli in Salach bzw. Böblingen jeweils über 100 m Freistil an den Start. Die Bedingungen für die Teilnehmer waren jedoch denkbar schlecht. Bei 14 Grad Aussentemperatur und strömendem Regen, sowie den schwer zu schwimmenden 50-m-Bahnen in den Freibädern erreichten sie trotzdem hervorragende Zeiten und wurden 17. (Manuela) bzw. 15. (Kolja). Eigentlich hätte auch Nina Grimm die Zulassungskriterien zu diesen Meisterschaften erfüllt, sie war jedoch durch einen mehrtägigen Ausflug mit der Schule zu dem Termin verhindert.

Vom 1. bis 3. August standen die 29. Deutschen Masters-Meisterschaften in Sindelfingen im Terminplan. Heinz Krauss startete hier in 4 Disziplinen. Über 100 m Schmetterling siegte er in neuer deutscher Rekordzeit von 1:24.29 Minuten. Weitere erste Plätze folgten über 50 m Schmetterling und 200 m Lagen, jeweils in Baden-Württembergischer Rekordzeit. Über 100 m Rücken mußte er sich allerdings geschlagen geben und erreichte „nur" den zweiten Platz. Aber dies sollte das einzige Mal bleiben, bei dem er in diesem Jahr nicht ganz oben auf der Siegertreppe stand.

Der absolute Höhepunkt der Saison sollte vom 3. bis zum 7. September in Prag erfolgen. Heinz Krauss hatte bei den 6. European Masters, den Europameisterschaften der Senioren über 3 Strecken gemeldet. Etwa 3100 Teilnehmer aus 706 Vereinen und 31 europäischen Nationen gingen über 9000 mal an den Start. So mußten die Teilnehmer an den 5 Tagen bereits um 8 Uhr morgends antreten, die letzten waren um 21 Uhr an der Reihe. Nur so konnte das Mammut-Programm überhaupt bewältigt werden. Heinz Krauss erzielte dabei eine optimale Ausbeute: Er wurde bei seinen Starts über 100 und 200 m Schmetterling sowie 200 m Lagen jeweils Sieger und trat so mit 3 Europameistertiteln die Heimreise an.

2 Wochen später ging es zu den Baden-Württembergischen Masters-Meisterschaften nach Weinheim. Heinz Krauss erreichte hier 6 Goldmedallien, aber auch die beiden weiteren TeilnehmerInnen Heiner Prinz und Anette Winkler holten bei jedem ihrer Starts eine Medallie. Heiner Prinz erreichte zweimal Bronze. Anette Winkler (Jahrgang 63), unser neuester Zuwachs bei den Senioren, erreichte eine Silbermedallie.

Beendet wurde das Jahr mit den Baden-Württembergischen Masters-Meisterschaften „Lange Strecken" am 15./16. November in Göppingen. Anette Winkler und Heinz Krauss sahnten dabei ganz groß ab und siegten bei all ihren Starts. Heinz Krauss holte 3 Baden-Württembergische Rekorde und 4 Goldmedallien, Anette Winkler durfte ihre erste Goldmedallie für den TV Vaihingen in empfang nehmen.

Zeitgleich fand wie jedes Jahr das Vaihinger Nachwuchs- und Jugendschwimmfest im Enztal-Hallenbad statt. Mit 526 Einzel- und 14 Staffelmeldungen wurde die Teilnehmerzahl des Vorjahres zwar nicht ganz erreicht, aber die Abteilung kann mit dem Erfolg des Schwimmfestes zufrieden sein. Dank unseres Sponsors, der Volksbank Vaihingen wird immer ein nicht unerheblicher Beitrag zum Etat der Schwimmabteilung erwirtschaftet. Auf der sportlichen Seite gab es fünf Gold-, sechs Silber- und acht Bronzemedallien. Zusätzlich siegte auch die 4 x 100 m Bruststaffel der Jungen. Das Schwimmfest ging dank des bewährten Teams der Schwimmabteilung und der Mithilfe mehrerer Eltern reibungslos über die Bühne. Allen Helfern sei an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt.

Abteilungsintern gibt es im Gegensatz zu den sportlichen Erfolgen leider wenig erfreuliches zu Berichten. So wurde zwar mit Dominik Cenia endlich wieder ein Jugendsprecher gefunden, aber bei den anderen Positionen der Abteilungsleitung wird der Mangel an ehrenamtlich tätigen Personen immer deutlicher. Durch die Berufsausbildung von Nicole Kollermann ist das Amt der Schriftführerin nicht mehr besetzt, ebenso wie die seit Jahren vakante Position des stellvertretenden Abteilungsleiters. Und auch bei unserem Sportwart Sven Leitmann scheinen die Tage bis zu seinem beruflich bedingten Wechsel gezählt.

Die Helfer für das Vaihinger Straßenfest waren in diesem Jahr nur mit größter Mühe und viel Telefonkosten zu finden. Trotz eines Schreibens an alle Mitglieder bzw. die Eltern erklärte sich nur ein Vater zur Mithilfe bereit. Einige antworteten mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft. So mußten wieder viele Jugendliche neben den wenigen Aktiven SchwimmernInnen ihren Dienst tun. Für alle Helfer gab es in diesem Jahr ein Vereins-T-Shirt (vom Hauptverein) und die Einladung zu Kaffee und Kuchen zu mir nach Hause.

Aber auch bei den Übungsleitern sieht es nicht viel besser aus. Mit Heiner Prinz hat unser dienstältester Übungsleiter seine Tätigkeit zum Jahresende beendet. Nach 25-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit für die Abteilung hat er es sich wahrlich verdient und ich möchte ihm an dieser Stelle meine Hochachtung für seine Leistung versichern. Mit seinem Nachfolger Eduard Stettin ist aber nun die Mehrzahl unserer Übungsleiter jünger als 20 Jahre und meist noch in der Schulischen Ausbildung. Da es sich Ausnahmslos um ehemalige Schwimmerinnen bzw. Schwimmer handelt, verfügen sie zweifellos über das benötigte Grundwissen, aber durch die weitere Berufsausbildung ist ihre Tätigkeit für den Verein meistens auf wenige Jahre beschränkt. Die Abteilung ist damit laufend auf der Suche nach Übungsleitern. An eine langfristige Planung des Übungsbetriebes ist gar nicht zu denken. Diese Situation ist natürlich auch für die Kinder nicht vorteilhaft, wenn sie sich ständig an neue Trainer gewöhnen müssen.

Auf die Dauer müssen deshalb wieder ältere Übungsleiter für den Trainingsbetrieb gewonnen werden. Es ist dabei nebensächlich, ob sich die Personen fachlich im Schwimmsport auskennen. Durch entsprechende Kurse der Schwimmverbände kann das neueste Wissen jederzeit von der Pieke auf erlernt werden. Der zeitliche Aufwand beschränkt sich auf wenige Tage an Wochenenden, alle Kosten werden vom Verein übernommen. Mit dem Erscheinen dieses Berichts werden alle Eltern, deren Kindern in der Schwimmabteilung aktiv sind, ein persönliches Schreiben erhalten haben. Darin lade ich alle Interessenten zu einem Info-Abend ein. Ich hoffe, daß sich für die Zukunft wieder Mitmenschen finden werden, die einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für den Verein leisten wollen.

In diesem Sinne danke ich allen Übungsleitern und Helfern für ihre Mitarbeit und wünsche ihnen ein erfolgreiches Jahr 1998.


Herwin Grauel
(Abteilungsleiter)